Kurzdarstellung des Forschungsprojektes:

An den baden-württembergischen Hochschulen (Fachhochschulen, Pädagogischen
Hochschulen und Universitäten) gibt es ca. 8.000 Studierende, die während ihres Studiums
Mütter oder Väter geworden sind. Studium, Kinderbetreuung und vielleicht auch noch einen
Job unter einen Hut zu bekommen ist nicht leicht. Wie gelingt das studierenden Eltern? Wie
ist ihre Lebenssituation? Wie haben sie die Kindererziehung und das Studium geregelt? Mit
welchen finanziellen und sonstigen Problemen haben sie zu kämpfen? Und welche Freuden
erhellen ihren Alltag? Mit wem teilen Sie die alltäglichen Aufgaben? Welche Maßnahmen
und Regelungen zur Vereinbarkeit von Studium und Familie sind oder wären für sie hilfreich?

Diesen Fragen geht das Forschungsprojekt „Familiengründung im Studium
Rahmenbedingungen für eine Vereinbarkeit von Ausbildung und Familie in Baden-
Württemberg“ nach.

Das Projekt wird von der Landesstiftung Baden-Württemberg finanziert

Mit der Durchführung beauftragt wurde das Sozialwissenschaftliche
FrauenForschungsInstitut der Kontaktstelle praxisorientierte Forschung an der
Evangelischen Fachhochschule (SoFFI K.) in Freiburg. Kooperationspartner ist das Institut
für Soziologie der Universität Freiburg

Die Ergebnisse des Projektes sollen dazu beitragen, das Studium mit Kind zu erleichtern.


faMILIENGRÜNDUNG IM stUDIUM

Rahmenbedingungen für eine Vereinbarkeit von Ausbildung und Familie.
Eine Panelstudie in Baden-Württemberg.

SoFFI K.
Sozialwissenschaftliches
FrauenForschungsInstitut
der Kontaktstelle für
praxisorientierte
Forschung e.V. an der
Evangelischen
Fachhochschule

Die Fragestellungen:

Vor allem für hochqualifizierte Frauen (mit langen Ausbildungszeiten) ist der Zeitpunkt für eine Familiengründung schwierig, wie das steigende Erstgeburtsalter und der zunehmende Anteil kinderloser Frauen vor allem in den hohen Qualifikationsgruppen belegen. Es stellt sich daher die Frage, ob eine Familiengründung bereits während des Studiums unter bestimmten Rahmenbedingungen nicht auch langfristig Vorteile haben kann. Zumindest finden sich hier nicht konventionelle Verschränkungen von beruflichem und familiären Biographiestrang bei Frauen und Männern, die bei studentischen Paaren eine egalitäre Aufgabenverteilung der Kinderbetreuung erleichtern. In der Literatur und auch auf der Ebene politischer Maßnahmen steht jedoch die Vereinbarkeit von Studium und Familie im Schatten des dominierenden Themas der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Vor diesem Hintergrund untersucht das Forschungsprojekt die Bedingungen und Auswirkungen einer Familiengründung im Studium für Frauen und für Männer. Schwerpunkte liegen bei den Fragen: Wie ist die soziale und die Studien-Situation von Studierenden, die im Studium Eltern werden? Wie werden bei Paaren die familiären Aufgaben verteilt? Welche Regelungen der Studien- und Prüfungsordnung und welche Maßnahmen der Studentenwerke erleichtern die Vereinbarkeit von Studium und Kindererziehung? Wie entwickeln sich die Lebens-, die finanzielle Situation und die Berufseinmündung studierender Eltern im Zeitverlauf? Was wünschen sich studierende Eltern?

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Forschungsdesign:

Zielgruppe der Untersuchung sind Studierende an baden-württembergischen Hochschulen, die während des Studiums Mütter oder Väter geworden sind oder die ein Kind bis zum Alter von drei Jahren zu versorgen haben. Das Projekt ist als Panel-Studie angelegt.

 

Methoden:

Das Projekt verfolgt mehrere methodische Zugänge zur Beantwortung der Untersuchungsfragen. Es umfasst folgende Erhebungsteile.

1. Quantitative Erhebung

Mit einem schriftlichen Fragebogen werden im Sommer 2004 Studierende an baden-württembergischen Hochschulen, die während des Studiums Eltern geworden sind, zu ihrer aktuellen Situation bezogen auf Studium, Studienregelungen, Partnerschaft, Einkommen, Kinderbetreuung und Wünschen nach familienfreundlichen Maßnahmen an Hochschulen schriftlich befragt.
Nach zwei Jahren (2006) wird die gleiche Gruppe erneut befragt. Themen sind die zwischen Erst- und Zweiterhebung erfolgte Entwicklung der ökonomischen, sozialen und beruflichen bzw. Studiensituation.
Der Vergleich zwischen Erst- und Zweiterhebung erlaubt es, u.a. den Studienerfolg und Strategien der Befragten zur Belastungsbewältigung zu beschreiben.

2. Qualitative Erhebung

Mit einer aus der schriftlichen Erhebung gezogenen ausgewählten Stichprobe (30 Personen) werden (nur zu einem Erhebungszeitpunkt) persönliche, qualitative Leitfaden-Interviews durchgeführt. Dieser Zugang bietet die Möglichkeit, die subjektive Bewertung, die Gründe für Zufriedenheit bzw. Unzufriedenheit und den Unterstützungsbedarf zu beleuchten.

Das Sozialwissenschaftliche FrauenForschungsInstitut Freiburg (SoFFI K.) arbeitet nach den Vorschriften des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) und allen anderen datenschutzrechtlichen Bestimmungen. Alle Befragungspersonen können absolut sicher sein, dass niemand erfährt, welche Antworten sie gegeben haben.

Die Umsetzung der zu erwartenden Erkenntnisse

In Kooperation mit Studentenwerken und Beratungsstellen der Hochschulen Baden-Württembergs werden Maßnahmen und Regelungen erarbeitet, die die Vereinbarkeit von Studium und Familie erleichtern.

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