| Ausführliche Informationen zum Projekt: faMILIENGRÜNDUNG IM stUDIUM Rahmenbedingungen für eine Vereinbarkeit von Ausbildung
und Familie. | ||
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Den Hintergrund des Projektes bilden einige demographische Entwicklungen der letzten Jahrzehnte. Das Alter der Frauen bei der ersten Geburt bzw. bei der Familiengründung
steigt kontinuierlich. Zudem nimmt der Anteil kinderloser Frauen und Männer zu, wobei bei
Frauen ein eindeutiger Zusammenhang zwischen der Höhe der Ausbildung
und der Elternschaft besteht. Nach Analysen des Sozio-oekonomischen Panel aus dem Jahr 2003 bleiben in Deutschland 20% aller Frauen kinderlos. Der entsprechende Anteil Kinderloser unter den Akademikerinnen liegt mit ca. 25% über diesem Durchschnitt (Schmitt, C.; Winkelmann, U. (2005): Wer bleibt kinderlos? Sozialstrukturelle Daten zur Kinderlosigkeit von Frauen und Männern. DIW Discussion Papers 473. Berlin).
Dem hohen Anteil kinderloser Akademikerinnen steht jedoch ein ausgeprägter Kinderwunsch bei angehenden Akademikerinnen gegenüber. So wünschten sich in einer Befragung des HISBUS online panels aus dem Jahr 2002 nur 6 % der Studentinnen explizit keine Kinder. Der überwiegende Teil der Befragten favorisiert eine Zwei-Kind-Familie, ein Viertel wünscht sich sogar drei und mehr Kinder. Auch die überwiegende Mehrzahl der Studenten wünscht sich Kinder, nur 7 % wollen ausdrücklich keine. Für die genannten demographischen Fakten gibt es mehrere Erklärungs-Ansätze. Zum einen wird die Verweildauer in Ausbildungsinstitutionen (Institutionen-Effekt),
die bei einem Studium erheblich ist, dafür verantwortlich gemacht.
Vor allem hochqualifizierte Frauen sehen sich beim Wunsch nach Kindern oftmals in einem "Entscheidungsnotstand". Bei fehlender Vereinbarkeit von Beruf und Familie entscheiden sie sich eher für den Beruf als für die Elternschaft. Eine dritte Erklärung liegt in der Furcht der Frauen vor dem sogenannten "Traditionalisierungsschub". Damit ist gemeint, dass mit der Geburt eines Kindes für Frauen die Zeit ungleicher Chancen beginnt. Bis dahin vorhandene egalitäre Geschlechterbeziehungen (Berufstätigkeit beider Partner, häusliche Arbeitsteilung) verändern sich. Für Kinderbetreuung und Haushalt sind vorwiegend die Frauen zuständig. >> top
Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob ein Lebensphasenmodell, das Studium und Familiengründung zeitlich parallelisiert, bei allen Schwierigkeiten nicht auch Vorteile bieten kann. Diese können darin liegen, dass im Studium im Hinblick auf Flexibilität der Zeiteinteilung, kommunikative Strukturen und Stärke sozialer Netzwerke u.U. bessere Bedingungen für die Kinderbetreuung gegeben sind als bei Erwerbstätigkeit. Bei Studierenden sind zudem unkonventionelle Lebensformen und Einstellungen
mit egalitären Lösungen bei der Kinderbetreuung und der häuslichen
Arbeitsteilung eher möglich als bei traditionellen Lebensformen (z.B.
Elternpaare im Berufsleben). Auch wird bei Beginn der Elternschaft im Studium der Start in die Berufstätigkeit von den Problemen der Familiengründung entlastet, da beim Eintritt in den Beruf die Kinder dem betreuungsintensivsten Alter entwachsen sind. Allerdings ist nicht zu leugnen, dass die Geburt eines Kindes während des Studiums für Mütter und Väter Belastungen mit sich bringt. Die Organisation des Studiums, die Teilnahme an Pflichtveranstaltungen, die Vorbereitung auf Prüfungen, die Kinderbetreuung und oftmals noch die Erwerbstätigkeit zur Sicherung des Lebensunterhaltes stellen studierende Eltern oft vor große Probleme. Dies vor allem deshalb, weil der Hochschulbetrieb bisher kaum auf die Bedürfnisse und die besondere Situation von Studierenden mit Kind eingestellt ist. Als Folge davon brechen viele studierende Eltern das Studium ab. Zwar sind die Gründe für eine solche Entscheidung vielfältig, nach einer Analyse der Studienabbrechenden des Studienjahrganges 1993 / 1994 geben jedoch 12 % der Frauen und 3 % der Männer (auch) an, dass Studium und Kinderbetreuung nicht mehr zu vereinbaren waren (HIS Kurzinformation A1/95: 51). Im Zusammenhang mit der Chancengleichheit der Geschlechter sind politische Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Familie seit langem ein bedeutendes Thema in der öffentlichen Diskussion. Wie jedoch die Vereinbarkeit von Studium/Ausbildung und Familie ermöglicht und erleichtert werden kann, wird bisher kaum diskutiert. Hier setzt das Projekt „Familiengründung im Studium“ an. Es verfolgt schwerpunktmäßig folgende Fragen:
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Das Hochschul-Informations-System (HIS) führt im Auftrag des Deutschen
Studentenwerkes seit 1951 in regelmäßigen Abständen repräsentative
Befragungen der Studierenden in Deutschland durch. Im Hinblick auf den Zeitpunkt der Geburt haben 38 % der Studentinnen und 25 % der Studenten ihr jüngstes Kind vor Studienbeginn bekommen. Ein Teil dieser vor allem älteren Studierenden hat erst nach Abschluss der Familiengründungsphase mit dem Hochschulstudium begonnen. Das Projekt „Familiengründung im Studium“ widmet sich
explizit der Gruppe, die während des Studiums Eltern geworden ist
bzw. in dieser Phase weitere Kinder bekommen hat. In Baden-Württemberg
sind das ca. 8.000 Mütter und Väter.
>> topUnsere Studie beschränkt sich auf die 54 Hochschulen (Universitäten,
Pädagogische Hochschulen und Fachhochschulen) in Baden-Württemberg.
Befragen wollen wir Studierende, die während des Studiums Eltern
geworden sind oder die ein Kind bis zum Alter von drei Jahren zu versorgen haben. Die Zahl dieser allein- oder zusammenlebenden Elternteile in Baden-Württemberg
ist nicht bekannt.
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Weder in Baden-Württemberg noch in anderen Bundesländern existieren
Adressenlisten von Studierenden mit Kind(ern). Wir sind daher bei der
Verteilung der Fragebögen auf die Mitwirkung und die Zusammenarbeit
mit anderen Einrichtungen angewiesen. Wir bitten daher unter anderem Gleichstellungsbeauftragte,
Studiensekretariate, Sozialreferate der Asten, hochschulnahe Beratungs-
und Kinderbetreuungseinrichtungen und studentische Elterninitiativen den
Fragebogen zu verteilen.
>> topIn dem Projekt werden quantitative mit qualitativen Methoden der Sozialforschung kombiniert. Quantitativer Ansatz: Qualitativer Ansatz:
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Die Ergebnisse der Untersuchung werden den Studentenwerken und Beratungsstellen
der Hochschulen vorgestellt. In Kooperation mit diesen Einrichtungen werden
Maßnahmen und Regelungen erarbeitet, die das Studium mit Kind erleichtern. | ||